Party machen auf dem Junggesellenabschied

Die Junggesellenabschiedsparty, auf der ein Bräutigam mit seinen Kumpels noch einmal so richtig das bisherige freie Leben feiert, wird auch in Deutschland zunehmend beliebter. Das betrifft nicht nur die männliche Seite des Brautpaares. Auch Frauen finden sich immer öfter zusammen, um einen zünftigen Jungesellinnen-Abschied zu feiern. Die neue Party-Form passt so richtig gut in die Spaß-Gesellschaft und gehört fast schon genau so zu den Hochzeits-Events wie der Polterabend. Aber so neu ist der Junggesellenabschiedsabend nicht. Selbst die Junggesellenabschied Kostüme haben eine lange Tradition.

Junggesellenabschied früher

Der Junggesellenabschied entspringt dem dörflichen Brauchtum, wonach der Bräutigam in einer Art Ritual seinem bisherigen Burschenleben entsagt und Verantwortung für eine Familie und einen Hof übernimmt. Natürlich gehörte schon damals eine ausgelassene Feier im Junggesellenkreis dazu, aber die Gesellschaft zog vorher über die Dörfer der Umgebung, um die Hochzeit bekannt zu machen. Das freudige Ereignis wurde mit bunten Bändern und Fahnen kundgetan, die der Männerclan mit sich führt. Das skurrile Aussehen der Gesellschaft wurde von einer entsprechenden Anzugsordnung unterstützt, die ursprünglich wenig mit Kostümierung zu tun hatte. Die unvermögenden Burschen borgten sich nur diese und jene Utensilien (z.B. Hüte, Schärpen, Tücher oder Überröcke), um ein wenig würdiger zu wirken. Das passte natürlich überhaupt nicht zu dem Rest der Kleidung und so wurde zunehmend aus der Not eine Tugend gemacht. Die Gesellschaft wurde in den Dörfern ins Haus gebeten oder es gab einen Schnaps auf dem Hof. Mit der Urbanisierung zog dieser Brauch mit den jungen Männern in die Städte, zuerst in England, wo er auch seine moderne Prägung erhielt. Der englische Humor schreckt ja bekanntlich vor nichts zurück und so verwandelten sich die Rituale in derbe Männerscherze auf der Straße, die Drinks spendierten nun wildfremde Menschen und die Junggesellenabschied Kostüme wurden immer grotesker.

Junggesellenabschied heute

Die Möglichkeiten, einen Junggesellenabschied zu gestalten, sind heute erheblich größer. Man kann richtig Party machen in einer Location, sportlich-touristisch aktiv werden oder die klassische Form des Um-die-Häuser-Ziehens pflegen. In diesem Fall sind die Junggesellenabschied Kostüme nicht nur für den eigenen Spaß da, sondern haben auch eine öffentliche Funktion. Sie zeigen den überraschten Passanten oder Gästen eines Restaurants an, dass es sich bei dem merkwürdigen Auflauf wirklich um einen Spaß handelt und sie nichts zu befürchten haben – außer die geschickte Bettelei um einen Drink oder den Verkauf von Krimskrams aus dem Bauchladen heraus. In jedem Falle aber werden Unbeteiligte durch die Kostümierung positiv gestimmt und entsprechen den Wünschen der Feiergesellschaft gern. Das ist umso notwendiger, als der Bräutigam meist einige Aufgaben zu lösen hat. Verkauf, Tombola oder Spenden zusammentragen gehören dabei noch zu den einfacheren Dingen. Aber um in einer Stunde 100 Küsse einzusammeln, muss man schon sehr viele Damen gewogen stimmen. Wer ganz sicher gehen will, nicht missverstanden zu werden, kombiniert sein Kostüm am besten mit einem Junggesellenabschied-T-Shirt. Damit kann sich auch die ganze Gesellschaft als zusammen gehörig ausweisen und läuft nicht Gefahr, als öffentliche Ruhestörer denunziert zu werden.